David

Auf eigenen Rädern stehen!

David B. ist heute 25 Jahre alt. Mit seinem Elektro-Rollstuhl kann er sich in seinem barrierefreien Zuhause selbstständig bewegen. Einen solchen Rolli nutzt er schon seit fast 20 Jahren, denn er hat eine schwere Krankheit: „Spinale Muskelatrophie“, kurz SMA. „Das bedeutet, dass ein großer Teil meiner Motoneuronen – das sind die Nervenzellen im Rückenmark, die die Muskeln ansteuern – abgestorben sind. Dadurch haben sich meine Muskeln Stück für Stück zurückgebildet“, erklärt David.

„Die Diagnose wurde bereits in Davids ersten Lebensjahr gestellt“, sagt seine Mutter Brigitta. „Kurz nach dem Gespräch mit dem Arzt nahm ich bereits Kontakt mit Herrn Benedikt Preisler auf, dem Geschäftsführer von Optimus. Seit damals wird David von dem Unternehmen begleitet.“

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Laufen mit dem Swivel Walker

Da David nie aus eigner Kraft stehen oder sitzen konnte, war eines der ersten Versorgungsmittel ein  Swivel Walker  „Damit konnte ich tatsächlich eigenständig gehen“, erinnert er sich. „Wenig später bekam ich dann den ersten Rollstuhl. Da hatten meine Arme noch genug Kraft, um die Räder zu bewegen.“

Zu dieser Zeit wurde auch sein Wachstum zum Problem: Jedes Mal einen neuen Stuhl mit Sitzschale und einen in der Höhe passenden neuen Tisch konstruieren, wenn David wieder ein paar Zentimeter gewachsen war, das war nicht realistisch. „Herr Preissler hat damals einen mitwachsenden Tisch und Stuhl konstruiert“, sagt seine Mutter. Und diese Spezialanfertigung hat ihren Sohn dann fünf Jahre begleitet.

Mit den Armen den Rolli fortbewegen, das funktionierte schon im Alter von sechs Jahren nicht mehr. Womit der erste Elektro-Rolli Einzug erhielt. „Mit einem Rammschutz konnte ich später sogar beim Fußballspiel teilnehmen. Am besten war ich im Tor“, grinst David.

David Breyer Swivel Walker

Computercrack mit Armstütze

Und auch wenn die Arme ihren Dienst versagten, so konnte David stets seine Hände benutzen. „Ich habe mich immer darauf konzentriert, was ich kann. Und nicht darauf, was ich nicht kann.“ Und was er konnte war, am Computer zu spielen, auch heute seine große Leidenschaft! „Da habe ich mich richtig hochgearbeitet – und darf mich heute als richtig guten Gamer bezeichnen.“

Damit dies funktioniert, musste natürlich die Konstruktion am Rollstuhl immer wieder angepasst werden. Die Sitzschale darf nicht drücken und die Halterungen für die Arme müssen auch immer wieder neu justiert werden. „Seit mehr als zehn Jahren werde ich von Thorsten Schulz und Jörg Holzmann betreut“, sagt David. Und der Orthopädietechniker Schulz ergänzt: „Wir haben gemeinsam auch schon viele Probleme gelöst. Denn das geht nur als Team.“

Richtig Bowling spielen

Wichtig ist David, der inzwischen Informatik studiert, dass er viele Dinge einfach in Gesellschaft erleben kann. „Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen gehen immer wieder Bowling spielen. Ich hatte dann die Idee für eine Vorrichtung an meinen Rammschutz, mit dem ich eine Bowlingkugel anstoßen und auf den Weg bringen kann, aber eben auch exakt zielen muss.“ Gemeinsam mit Torsten Schulz wurde aus der Idee Realität.

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„Ich schlage mich wacker beim Bowling. Aber ich muss noch viel üben, um ganz oben mitzuspielen.“ (David)

Optimus Patient David

Blick in die Zukunft

Und später? „Natürlich weiß ich, dass ich immer Assistenz benötigen werde. Aber wenn ich bald das Studium abgeschlossen habe, möchte ich mein eigenes Geld verdienen und in eine eigene Wohnung ziehen. Die wird dann natürlich ein Gästezimmer für die Assistenten haben. Aber ich kann dann sozusagen auf eigenen Beinen stehen! Oder eben auf eigenen Rollirädern…“, schaut David optimistisch in die Zukunft.